400 Kerzen, 160 persönliche Botschaften und bewegende Begegnungen machten die Aktion zu einem besonderen Ort des Gedenkens.
Ein Ort zum Innehalten, Erinnern und Verbundensein: Von 31. Oktober bis 2. November 2026 wurde der Garten rund um den Löwenzwinger des Belvederes in Wien mit „Licht der Erinnerung“ zu einem besonderen Treffpunkt für Menschen, die ihrer verstorbenen Angehörigen und FreundInnen gedenken wollten. Die Initiative lud dazu ein, sich bewusst Zeit zu nehmen, Erinnerungen Raum zu geben und ein persönliches Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Das stimmungsvolle Ambiente des Belvedere-Gartens bot dafür einen außergewöhnlichen Rahmen.
Die Aktion wurde von Blumenbüro Österreich, der Landesinnung Wien der Gärtner und Floristen, der HBLFA Schönbrunn für Gartenbau und Österreichischen Bundesgärten sowie der Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Kagran getragen. Über alle drei Tage hinweg erfreute sich „Licht der Erinnerung“ großer Resonanz. Zahlreiche BesucherInnen kamen, verweilten im Erinnerungsbereich, entzündeten Kerzen und nutzten die Gelegenheit, persönliche Gedanken und Gefühle festzuhalten.
Kerzen und Botschaften als Zeichen der Verbundenheit
Insgesamt wurden rund 400 Kerzen entzündet und 160 Kärtchen mit persönlichen, zum Teil sehr berührenden Botschaften hinterlassen. Jede Kerze und jede Nachricht stand für eine individuelle Erinnerung – und gemeinsam entstand daraus ein sichtbares Zeichen des Gedenkens. „Die Rückmeldungen der BesucherInnen reichten von Freude über die besondere Gestaltung bis hin zu großer Dankbarkeit für das kostenlose Angebot“ sagt Thomas Hirschbeck, Friedhofsgärtner und Landesinnungsmeister der Gärtner und Floristen in der Wirtschaftskammer Wien.
„Besonders berührend war, dass manche Menschen die Gelegenheit nutzten, im Belvedere-Garten eine Kerze anzuzünden und eine Botschaft zu schreiben, wenn sie nicht zum Grab ihrer Lieben fahren konnten“, so Thomas Hirschbeck weiter. Damit wurde der Erinnerungsort zu einem Platz, an dem persönliche Trauer ebenso willkommen war wie stille Dankbarkeit und liebevolle Erinnerung. Auch zahlreiche TouristInnen besuchten die Aktion. Die vielen unterschiedlichen Sprachen der Botschaften – darunter sogar japanische Schriftzeichen – machten deutlich, dass Erinnern Menschen über Herkunft und Sprache hinweg verbindet.
Musik und Floristik schaffen besondere Momente
„Alle drei Tage waren sehr gut besucht“, freut sich der Landesinnungsmeister über die positive Bilanz. Für eine besondere Atmosphäre sorgte bereits die Eröffnung am 31. Oktober mit dem Ensemble „Festklang“. Die MusikerInnen der Wiener Volks- und Staatsoper verliehen dem Erinnerungsort einen feierlichen musikalischen Rahmen. Auch die Floristik-Live-Shows zogen viele Interessierte an: Dabei konnten BesucherInnen erleben, wie florale Arbeiten aus dem Bereich der Trauerfloristik entstehen und wie Blumen als Ausdruck von Liebe, Abschied und Verbundenheit eingesetzt werden.
Junge Floristik zwischen Tradition und Moderne
Großes Interesse fand zudem die Ausstellung der BerufsschülerInnen für Gartenbau und Floristik in Kagran. Ihre Werkstücke zeigten die Vielfalt der Trauerfloristik und verbanden traditionelle Gestaltungsformen mit zeitgemäßen, teilweise überraschenden Interpretationen. Die Arbeiten machten anschaulich, dass Blumen weit mehr als Dekoration sind: Sie können Gefühle ausdrücken, Trost spenden und Erinnerungen eine sichtbare Form geben. Auch die floristische Gestaltung eines Denkmals für Anton Bruckner setzte einen besonderen Akzent.
Ein gemeinsames Zeichen über den Abschied hinaus
„Licht der Erinnerung“ zeigte eindrucksvoll, wie ein gemeinsames Angebot einen Raum für ganz persönliche Erfahrungen schaffen kann. Die Kerzen, die handgeschriebenen Botschaften, die Musik und die floralen Arbeiten verbanden sich zu einem stillen, zugleich lebendigen Zeichen: für die Menschen, die fehlen, für die Erinnerungen, die bleiben, und für die Verbundenheit, die über den Abschied hinaus Bestand hat.
Abschluss einer dreiteiligen Kampagne
Mit der Aktion im Belvedere-Garten fand die dreiteilige Kampagne ihren Abschluss. Nach dem „Ort der Erinnerung“ in Graz und dem „Herz der Erinnerung“ in Linz setzte „Licht der Erinnerung“ in Wien ein weiteres Zeichen für die Bedeutung von Erinnerungskultur und Trauerritualen. Ziel der Initiativen war es, das Gedenken stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und zugleich die Rolle von FloristInnen, GärtnerInnen und FriedhofsgärtnerInnen als wichtige TrägerInnen dieser Kultur sichtbar zu machen. Die große Resonanz im Belvedere bestätigte, wie wertvoll Orte und Angebote sind, an denen Menschen Erinnerungen teilen und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen können.
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