Entente Florale 2017: Tirol holt Doppel-Gold für Österreich

Siegerehrung Entente Florale 2017 © Archivgrößer Gleich doppelten Grund zum Jubeln gab es für Tirol bei der Preisverleihung des renommierten europäischen Blumenschmuck- und Lebensqualitätswettbewerbs am vergangenen Wochenende: Denn die beiden österreichischen Kandidaten St. Anton am Arlberg und die Silberstadt Schwaz wurden am 15. September 2017 im slowenischen Podcetrtek zum schönsten Blumendorf bzw. zur schönsten Blumenstadt Europas gekürt.  

Unsere Tiroler Kandidaten haben tolle Leistungen gezeigt. Besonders lobend von der Jury erwähnt wurde ihr Engagement im Umweltschutz und für Nachhaltigkeit − eine Auszeichnung für ganz Österreich", freut sich der Bundesinnungsmeister der Gärtner und Floristen und Präsident des Blumenbüros Österreich, KR Rudolf Hajek.  

Schwaz siegt in der Kategorie "Stadt"  

"Ich freue mich sehr, dass es nach dem großen Erfolg von Bad Ischl 2016 auch in diesem Jahr Schwaz gelungen ist, Gold in der Kategorie "Stadt" zu holen", sagt Ök.-Rat Herbert Titz, der Vizepräsident der Association Européenne pour le Fleurissement et le Paysage (AEFP), die die Entente Florale Europe organisiert.  

Mit einem eigenen "Entente Florale"-Büro in der Innenstadt von Schwaz und einem Schaufenster-Wettbewerb wurde die Bevölkerung in einmaliger Weise in den Wettbewerb eingebunden. Damit hat die Stadt neue Maßstäbe in der Öffentlichkeitsarbeit gesetzt, so die einstimmige Meinung der europäischen Jury. "In der 6-stündigen Bewertungstour brillierte die "Umweltmusterstadt" Schwaz, die ja 1991 als erste Tiroler Gemeinde dem Klimabündnis beigetreten ist. – Und begeisterte durch ein unglaublich beeindruckendes Engagement der EinwohnerInnen", so Titz.      

Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben Priorität
 

Den europäischen Jury-Mitgliedern wurden bei ihrer Besichtigungstour im Juni zahlreiche Projekte vorgestellt, darunter das Lahnbach-Projekt. Dabei sorgen unter dem Motto "Wir halten den Lahnbach sauber" gleich fünf verschiedene Schulen aus Schwaz für die Sauberkeit in der Stadt. Weitere Besonderheiten des Lahnbach-Projektes sind der Lehrpfad zum Schutzwaldprojekt und die Bekämpfung von Unkraut am Lahnbach durch die Beweidung von Ziegen.  

Große Begeisterung fand auch das Turmfalkenprojekt im Schwazer Stadtpark, bei dem Naturschutz gelebt wird. Schon 1984 gab es einen ersten Nistplatz am Kirchturm von St. Martin, heuer konnten bereits ca. 50 Jungtiere gezählt werden. Dadurch konnte auch erreicht werden, dass Schwaz nunmehr völlig taubenfrei ist − bedeutet die wachsende Zahl an Tauben doch ein großes Problem für Städte.  

Der Waldkindergarten, der hier einst als erster seiner Art in Tirol ins Leben gerufen wurde, feiert heuer 10-jähriges Bestehen und präsentierte der Jury, was Kinderleben mit der Natur bedeutet. "Es ist ein wunderbarer Lern- und Erfahrungsraum, den die Kinder hier vorfinden", sagt Herbert Titz. "Jeder Tag in der Natur bringt neue Erfahrungen und den Kleinen wird schon in jüngstem Alter der respektvolle Umgang mit der Natur beigebracht."  

St. Anton am Arlberg ist schönstes Blumendorf Europas 2017
 

St. Anton am Arlberg trägt einen großen Namen, es ist ein Dorf mit internationaler Berühmtheit und langer Geschichte, dennoch hat es sich seinen dörflichen Charakter und viel Herzlichkeit bewahrt. "Die Jury war begeistert, dass dies in einem so mondänen Skiort wie St. Anton am Arlberg möglich ist", so Herbert Titz. Eingebettet in eine traumhafte Naturlandschaft, bietet St. Anton sowohl im Winter als auch im Sommer wahre Schätze, die es zu erkunden gilt.        

Aktiv gelebter Umweltschutz  

Die Jurybewertung startete im Juni 2017 dort, wo der Strombedarf für ganz St. Anton gedeckt wird: beim Speichersee in St. Anton, mit dem die Gemeinde zu 100 Prozent ihren Strom selbst erzeugen kann. "Eine Ferienregion von Weltruf, die so aktiv Umweltschutz lebt – das beeindruckte die Jurymitglieder gleich zu Beginn ihres Besuchs", erklärt Titz.  

Eine weitere Besonderheit in St. Anton: der WunderWanderWeg bei der Sennhütte mit Alpenblumen und Kräutergärten, einem Baumhaus, Wasserweg mit Kneippbecken, einem Waldlehrpfad und vielen anderen Attraktionen. Das Highlight: ein Emblem aus 107.000 Edelweißblüten, das Anfang August 2017 auch einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde erhielt.  

Auch St. Anton legt großen Wert darauf, den richtigen Umgang mit dem natürlichen Lebensraum vom Kindesalter an zu vermitteln und Basiskompetenzen in Sachen Umwelt und Naturschutz so früh als möglich zu verankern. Ein gelungenes Beispiel dafür ist auch der Gemeinschaftsacker im Ortsteil St. Jakob, der vom Verein SOVISTA betrieben wird. Unter Anleitung von fachkundigen WissenvermittlerInnen lernen Kinder wieder, wie man einen Boden bearbeitet, sät, pflanzt und das Feld pflegt, wie man das Obst und Gemüse erntet und weiterverarbeitet – besser kann man Umwelterziehung und Leben mit der Natur nicht kommunizieren.  

Gelebte Nachhaltigkeit und Einbindung der Bevölkerung sind wichtig
 

Der Kriterienkatalog der Jury ist umfangreich und fokussiert auf nachhaltige Projekte, Umweltschutz, das touristische Angebot, den floralen Schmuck und die Ganzjahresbepflanzung sowie, als ein Hauptkriterium, die Einbindung der ansässigen Bevölkerung in alle Projekte.            

"In den letzten Jahren lieferten die österreichischen Kandidaten dafür stets vorbildhafte Beispiele", so Martin Wagner von den Wiener Stadtgärten, der Österreich in der Jury gemeinsam mit Johanna Renat vertritt.

"In meiner langen Erfahrung habe ich selten eine solche Herzlichkeit und einen Zusammenhalt beider Kandidaten erlebt, wie wir es in Schwaz und St. Anton beobachten konnten. Schon die Vorbereitungen für den Wettbewerb waren von einer perfekten professionellen Zusammenarbeit beider Tiroler Gemeinden geprägt und ich freue mich, dass in dieser Zeit viele Freundschaften entstanden sind."  

Rückfragehinweise: Nähere Informationen und Bilder gibt es beim Blumenbüro Österreich, unter office@blumenbuero.or.at, Mag.a Monika Burket, Laxenburgerstraße 367, 1230 Wien, Telefonnummer: +43/1/615 12 98, Fax: +43/1/615


29.09.2017