Gold für Österreich: Haus im Ennstal ist Europas schönstes Blumendorf 2014

Blumenschmuck- und Lebensqualitätwettbewerb "Entente Florale": Die steirische Gemeinde gewinnt Gold mit einmaligem Rekordvorsprung.
Entente Florale 2014 - Siegerehrung 1 © Entente Florale EuropeGalerie Jubel im steirischen Haus im Ennstal: Denn noch nie hat eine österreichische Gemeinde mit einem derartigen Punktevorsprung Gold beim renommierten europäischen Blumenschmuck- und Lebensqualitätwettbewerb "Entente Florale" geholt. Die Konkurrenz der 12 Teilnehmerländer war zwar stark, Haus im Ennstal bewies mit seinen Projekten jedoch eine Qualität und ein Themenspektrum, die als einmalig in der Kategorie Dorf zu bewerten waren.

Bei der europaweiten Preisverleihung am 26. September 2014 in Szazhalombatta in Ungarn wurde dieses Engagement mit der Goldmedaille ausgezeichnet – ein Erfolg, der sich abgezeichnet hat, aber dennoch eine Überraschung bereithielt, so der Bundesinnungsmeister der Gärtner und Floristen und Präsident des Blumenbüros Österreich, KR Rudolf Hajek:

"Schon bei der Vorauswahl war dem Blumenbüro Österreich bewusst, dass Haus im Ennstal als wiederholter steirischer Landessieger gegenüber der europäischen Konkurrenz hervorragende Chancen hat. Wir haben jedoch niemals mit diesem Rekordsieg gerechnet", sagt KR Hajek.

Rekordpunktesieg für die steirische Gemeinde

Seit 1978 nimmt Österreich an diesem jährlich stattfindenden Wettbewerb teil und hat dabei stets mit besten Platzierungen abgeschnitten. Der fulminante Sieg von Haus ist dennoch eine große Freude – vor allem für Rudolf Hajek, der als gebürtiger Steirer natürlich besonders stolz auf die kleine Gemeinde ist.    "Noch nie ist es einem österreichischen Vertreter gelungen, sich mit einer derart hohen Punkteanzahl gegenüber den europäischen Mitbewerbern durchzusetzen. Unglaubliche 90,57 Punkte von 100 möglichen ist ein noch nie da gewesener Wert für einen österreichischen Kandidaten. Wir sind sehr stolz und gratulieren dem Organisationsteam in Haus auf das Herzlichste", so der Bundesinnungsmeister.

Jury-Mitglied Wagner: "Es gibt in Haus nichts, das es nicht gibt"

Die ausgezeichneten Chancen Österreichs auf eine Goldmedaille haben sich bereits beim Besuch der internationalen Jury am 1. Juli 2014 abgezeichnet, als die Vertreter aus den Fachgebieten Garten und Landschaftsbau, Tourismus und Architektur für die 4-stündige Bewertung nach Haus kamen, unter ihnen auch Martin Wagner von den Wiener Stadtgärtnern, der Österreich in der Jury vertritt. Auch er betont den bemerkenswerten Vorsprung von Haus: "In den Annalen der Entente Florale ist kein derartiger Punkterekord aufgezeichnet."
 
Die Einbindung der Bevölkerung ist seit jeher ein wichtiges Kriterium in der Bewertung. In Haus übertraf dies alle Erwartungen, wie auch Wagner unterstreicht: "In jeder Kommune haben alle Beteiligten perfekt zusammengearbeitet und das Engagement jedes Einzelnen hat Erstaunliches bewirkt, was schon bei den Kindern und Jugendlichen begann. Auch die Vielfalt der präsentierten Projekte und die Art der Präsentation waren einfach einmalig. Es gibt wohl nichts, das es in Haus nicht gibt." Bei der Preisverleihung hervorgehoben wurden auch das Energiekonzept von Haus im Ennstal und das damit einhergehende hohe Niveau an Einsparungspotenzial. Überzeugt haben ebenso die Recyclinganlage für Silofolien und die Altölentsorgungsstelle.

Einzigartige Zusammenarbeit der Bevölkerung

Der Bewertungskriterienkatalog der Jury ist umfangreich und umfasst Themen wie nachhaltige Projekte, Umweltschutz, das touristische Angebot, den floralen Schmuck und die Ganzjahresbepflanzung sowie, als ein Hauptkriterium, die Einbindung der ansässigen Bevölkerung in alle Projekte. In den letzten Jahren lieferten die österreichischen Kandidaten dafür stets vorbildhafte Beispiele, Haus im Ennstal übertraf aber auch hier alles bisher da Gewesene, so Martin Wagner: "In meiner langen Erfahrung habe ich bisher selten eine solche Herzlichkeit und einen Zusammenhalt erlebt, wie wir es in Haus beobachten konnten. Schon die Vorbereitungen auf den Wettbewerb waren von einer perfekten Zusammenarbeit geprägt und ich freue mich, dass in dieser Zeit viele Freundschaften entstanden sind."

Ein besonderes Projekt: "Schafsinn"


Begeistert zeigt sich der belgische Juryvorsitzende Rudi Geerardyn von den präsentierten Zukunftsprojekten in Haus, so z.B. von der Entlastung des Autoverkehrs im Ortszentrum, was durch den Bau eines Zubringerförderbandes zum Skilift realisiert werden soll. Vor allem aber betonte er im Rahmen der Preisverleihung, dass es Haus im Ennstal auf einmalige Art und Weise durch viele Projekte gelungen ist, sich von einer Top-Destination des Wintertourismus ein zweite Saison als beliebtes Sommerferienziel aufzubauen.

Besondere Erwähnung fand dabei das Projekt "Schafsinn − erleb die Schafe" am Hauser Kaibling, in dem 800 Schafe von einem fachkundigen Schäfer und seinem Hund gehütet werden, gleichzeitig werden alle Skipisten in Haus im Ennstal von den tierischen Landschaftspflegern, ganz im biologischen Gleichgewicht, gepflegt und mit natürlichem Dünger versorgt. Einmal im Jahr findet im Juli das Almlammfest statt: ein absoluter Höhepunkt für alle Einheimischen und Gäste. Mehr Informationen dazu finden sich unter www.schafsinn.at.

Gesunde Kinder durch umweltfreundliche Klassenzimmer

Besonders angetan war die Jury auch von den Umweltschutzmaßnahmen, die von der Gemeinde Haus in der Schule realisiert wurden: In einem Pilotprojekt ist es hier gelungen, ein Klassenzimmer in Zirbenholzverkleidung zu gestalten. Parallel dazu wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die bei den SchülerInnen dieser Klasse eine besonders hohe Konzentrationsfähigkeit und einen überdurchschnittlich niedrigen Herzschlag der Kinder feststellte. – Ein sehr gelungenes Beispiel, wie umweltfreundliche Maßnahmen die Gesundheit positiv beeinflussen können.

Ein Sieg für die vielen helfenden Hände


"Man hat bereits bei der Vorbereitung gesehen, wie professionell das Team rund um Bürgermeister Gerhard Schütter und die Projektverantwortliche Michaela Schnepfleitner an die Sache herangegangen ist", betont Ök.-Rat Herbert Titz, der Präsident der Association Européenne pour le Fleurissement et le Paysage (AEFP), die die Entente Florale Europe organisiert.
"Wir bedanken uns in diesem Zusammenhang auch bei Martin Wagner und Johanna Renat, die Haus mit großem persönlichem Einsatz auf den Wettbewerb vorbereitet haben. Dank gebührt auch den steirischen Blumenschmuckgärtner unter Führung von Renate Jausner-Zotter und den vielen, vielen freiwilligen Mitstreitern – vor allem aber den Bewohnerinnen und Bewohnern von Haus im Ennstal, deren Engagement mit diesem großartigen Sieg belohnt wurde."


18.03.2015