Entente Florale 2015: Mödling kandidiert für Österreich

Die niederösterreichische Stadtgemeinde Mödling präsentiert sich am 29. Juni 2015 der Jury des europäischen Blumenschmuck- und Lebensqualitätwettbewerbs "Entente Florale".
Entente Florale 2015 - Tafelübergabe © Stadtgemeinde MödlingGalerie Im Jahr 2014 freute sich Mödling über die Auszeichnung zur saubersten Stadt Österreichs: Nun bereitet sich die niederösterreichische Stadtgemeinde intensiv auf ihre Teilnahme am europäischen Blumenschmuck- und Lebensqualitätwettbewerb "Entente Florale" vor. Denn schon am 29. Juni 2015 wird sie von der 10-köpfigen internationalen Jury besucht, die sich in ihrer 6-stündigen Begehung ein Bild von den vielen Besonderheiten Mödlings machen wird.  

"Wir dürfen uns in Mödling auf interessante Stadtentwicklungs- bzw. Grünraumkonzepte freuen", sagt Ök.-Rat Herbert Titz, der Präsident der Association Européenne pour le Fleurissement et le Paysage (AEFP), der europaweiten Trägerorganisation der "Entente Florale", und Vizepräsident des Blumenbüros Österreich.

"Denn ‚Biodiversität’, ‚Smart City’ und ‚Shared Space’ sind Begriffe, die in Mödling nicht nur Schlagworte sind, sondern gelebt und vorbildlich umgesetzt werden. Dafür sorgen auch die 20 verschiedenen Umweltvereine, die als wertvolle Partner bei der Umsetzung von Projekten agieren", so Titz weiter. 

"Entente Florale" mit Schwerpunkt auf Wohn- und Lebensqualität  

Seit 1978 beteiligt sich Österreich mit dem Blumenbüro Österreich an diesem prestigeträchtigen europaweiten Wettbewerb, der als Blumenschmuckbewerb begonnen hat, "heute aber bei Weitem mehr ist und sich zu einem nachhaltigen, umweltgerechten Wohn- und Lebensqualitätwettbewerb entwickelt hat", so der AEFP-Präsident weiter. Noch immer erfolgen rund 50 Prozent der Bewertung aus Projekten, die sich z.B. mit der Natur, Blumen, dem Naturschutz und der Wissensvermittlung an Kinder und Jugendliche beschäftigen. Die übrigen Bewertungskriterien konzentrieren sich beispielsweise auf die Themen Nachhaltigkeit oder das touristische Angebot.

Professionelle Vorbereitung durch das Blumenbüro Österreich
 

Insgesamt beteiligen sich 11 europäische Länder an diesem wichtigen Branchen-Wettbewerb. Die teilnehmenden Dörfer und Gemeinden werden von einer europaweiten Fachjury bewertet, dessen Vertreter aus den Fachgebieten Garten- und Landschaftsbau, Tourismus und Architektur kommen.  

Bereits 1,5 Jahre vor Bekanntgabe der Kandidatur beginnen in Österreich die Arbeiten, um die Teilnehmer und ihre Projekte professionell zu präsentieren. Die Auswahl der Kandidaten verantwortet das Blumenbüro Österreich, das bereits im Vorfeld abklärt, ob sich der jeweilige Kandidat mit seinen Projekten auch im europäischen Wettbewerb der "Entente Florale" durchsetzen kann.  

Das Blumenbüro Österreich setzt in seiner Betreuung den Fokus darauf, mit den VertreterInnen der Kommunen und den örtlichen StadtplanerInnen das Konzept der Bewertung zu erarbeiten. Dies erfolgt durch die beiden österreichischen Juroren, Ing. Martin Wagner (Mitarbeiter der Wiener Stadtgärten) und Johanna Renat MA, die dies mit den ortsansässigen GartengestalterInnen realisieren. In Mödling wurde dafür eng u.a. mit DI Dr. Leopold Lindebner, dem Mödlinger Stadtrat und Chef des Organisationskomitees, sowie DI Dr. Ulla Freilinger, der Leiterin des Umweltamtes, zusammengearbeitet.  

Jurybesuch in Mödling am 29. Juni 2015
 

Die 6-stündige Bewertung der Stadtgemeinde Mödling durch das 10-köpfige europäische Jurorenteam wird am 29. Juni 2015 stattfinden. Im Mittelpunkt der Begehung und des Interesses werden das Zentrum der Stadt mit der Fußgängerzone, das nachhaltige Ortsbild, die durchlässigen Wegeoberflächen und Baumbepflanzungen mit ihrer Sorten- und Standortwahl stehen, ebenso wie standortverbesserte Maßnahmen, so z. B. Bewässerungen – beschäftigen sich die Mödlinger Stadtväter doch bereits seit 14 Jahren mit der Renaturierung des Mödlingbaches.  

Projekte zeigen großes Engagement der BewohnerInnen  

Biodiversität wird in Mödling groß geschrieben: Davon überzeugen kann sich die Jury anhand von zwei Projekten, die als einzigartige Highlights gelten: das Feuchtbiotop im Priessnitztal und das Hirschkäferhabitat, eine 4,5 ha große Ökozelle und Heimat der örtlichen Hirschkäferpopulation.  

Die Arbeit der verschiedenen WaldbenutzerInnen, von WanderInnen bis zu JägerInnen, ForstwirtInnen bis zu SchülerInnen, beweist das "Waldentwicklungskonzept", bei dem sich alle Beteiligten gemeinsam für die bestmögliche Entwicklung des Waldes einsetzen. – Eine beispiellose Zusammenarbeit von Forst, Universitäten und Freiwilligen. Auch der eigens eingerichtete "Waldbeirat" zeigt, wie sehr sich alle MödlingerInnen für dieses Projekt engagieren und interessieren.  

Seit Jahren schon verfügt die Stadtgemeinde Mödling über ein Baumkatastersystem. Die Auszeichnung zur baumfreundlichsten Gemeinde Niederösterreichs beim österreichischen Baumtag, in den Jahren 2007 und 2013, zeigt die Wichtigkeit, die in Mödling der Baumpflege zukommt, ebenso wie das große Interesse der Bevölkerung an "Baumpatenschaften".  

Auch in der Generationen-übergreifenden Arbeit zeigt Mödling Vorbildlichkeit. Der von den verschiedenen Altersgruppen gemeinsam geplante Generationenspielplatz wird von PensionistInnen, Kindern und ParkbesucherInnen gleichermaßen gerne in Anspruch genommen, ebenso wie die Themenspielfelder, die allesamt durch ständige Wartungen bzw. zertifizierte Kontrollen ein sicheres Spielen und Freude an den Aktivitäten in der Natur garantieren.  

"Die ‚Entente Florale’ ist ein wichtiger Wettbewerb, um die europaweite Wahrnehmung auf eine Stadt oder ein Dorf zu lenken. Ich freue mich daher sehr, dass sich 2015 Mödling präsentieren wird, das als Stadt und Erholungsraum überaus viel zu bieten hat und lade jeden ein, sich persönlich ein Bild unseres Österreich-Vertreters zu machen", sagt Herbert Titz.  


12.05.2015